Auf welche „blinde Flecken“ Du bei Desinfektionsmittel unbedingt achten solltest

Auf welche „blinde Flecken“ Du bei Desinfektionsmittel unbedingt achten solltest

Unter „Desinfektion“ versteht man grundsätzlich eine Inaktivierung von Krankheitserregern, die – im Gegensatz zur Reinigung – so effizient ist, dass von einer Oberfläche keine Infektionsgefahr mehr ausgeht.
Vorausgesetzt, sie wird korrekt und mit den richtigen Lösungen durchgeführt.

Pauschale Annahme

Wer an chemische Desinfektionsmittel denkt, assoziiert meist damit, dass diese hinsichtlich ihrer Wirkung uneingeschränkt zu einer Inaktivierungsrate von Keimen, Bakterien und Viren von 99,999 % führen.Auch wenn diese Annahme für das private Umfeld prinzipiell zutreffend ist und sich als ausreichend erweisen mag, gelten in insbesondere medizinischen Bereichen deutlich strengere Hygienerichtlinien.In diesen Einsatzbereichen sind unbedingt sogenannte „Fehler“ zu beachten, die bei bestimmten chemischen Desinfektionsmitteln auftreten können.

Was sind Desinfektionsfehler?

Bei diesen „Fehlern“ handelt es sich nicht um Folgen etwaig fehlerhafter Anwendungen bei der Dosierung von Desinfektionslösungen oder der Durchführung von Desinfektionsprozessen. Die hier gemeinten Desinfektionsfehler sind vielmehr chemischer Natur, indem einzelne antimikrobielle Wirkstoffe mit bestimmten Substanzen auf eine Weise reagieren, die zu einer teilweisen oder vollständigen Inaktivierung dieser antimikrobiellen Wirkstoffe führen.Aus diesem Grund soll hier in weiterer Folge auf die drei häufigsten dieser Fehler eingegangen werden.Vorab aber noch ein kurzer grundsätzlicher Überblick sämtlicher an einer Reinigung und Desinfektion beteiligten Faktoren und in welchem wechselseitigen Verhältnis sie zueinander stehen.

Sinner’scher Kreis

Das nach dem Tensidchemiker Herbert Sinner benannte und in gleich große Viertel unterteilte Kreisdiagramm versinnbildlicht, wie Reinigungs- und Desinfektionsabläufe organisiert sein sollten.Die Viertelkreise repräsentieren dabei die 4 Faktoren
  • Mechanik (Reinigung, Lösung von Schmutz),
  • Chemie (Reinigungs- und Desinfektionslösung),
  • Temperatur,
  • Zeit.
Besonderes Augenmerk verdient dabei die Tatsache, dass die Faktoren untereinander korrespondieren.Wird also ein Faktor erniedrigt, so muss ein anderer erhöht werden, um denselben Erfolg zu erzielen. Hinsichtlich der Temperatur ist dabei zusätzlich zu beachten, dass das Desinfektionsmittel nicht durch unsachgemäße Abkühlung oder Erwärmung in seiner Wirkung beeinträchtigt wird. Von ganz besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang aber nunmehr die erwähnten „Fehler“.

Eiweißfehler oder Blutfehler

Als Eiweiß- oder Blutfehler bezeichnet man die herabgesetzte Wirksamkeit von chemischen Desinfektionsmitteln bei Kontakt mit Eiweißen oder eiweißhaltigem Material wie beispielsweise Blut, Serum oder Eiter.Der Grund dafür ist, dass der Wirkstoff der Desinfektionslösung unmittelbar nach Kontakt eine Bindung mit den vorhandenen Proteinen (Eiweißen) eingeht und in Folge nicht mehr bis zu den Erregern durchdringen kann.Manche Wirkstoffe wie Formaldehyd oder Ethanol sind von diesem Fehler kaum bis gar nicht betroffen. Andere wiederum, wie beispielsweise Wasserstoffperoxid, werden hingegen signifikant in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt.

Seifenfehler

Einen weiteren zentralen Einfluss auf die Wirksamkeit chemischer Desinfektionsmittel hat der pH-Wert.Anders gesagt, verfügt jedes Desinfektionsmittel über einen optimalen pH-Bereich, innerhalb dessen es seine Wirksamkeit entfalten kann.Neben den hautfreundlichen Seifen zur Hand- und Körperreinigung mit einem neutralen pH-Wert von 5,5, besitzen Seifen in anderen Reinigungsmitteln hingegen oft einen pH-Wert von 8 bis 11. Sie sind also vorwiegend basisch beziehungsweise alkalisch.Entsprechend kann bei Desinfektionsmittel, deren optimaler Wirkungsbereich im pH-sauren Milieu liegt, von der Anwesenheit von alkalischen Seifenrückständen negativ beeinflusst oder auch vollständig inaktiviert werden.Insbesondere bei Desinfektionsmitteln, die als antimikrobielle Wirkstoffe kationische – also positiv geladene - Tenside wie QAVs (Quartäre Ammoniumverbindungen) verwenden, ist darauf zu achten, dass diese nicht mit Seifen oder mit Rückständen von Seifen in Berührung kommen. Das liegt daran, dass in Seifen oft anionischen – und somit negativ geladene - Tenside wie SLS (Natriumlaurylsulfat) enthalten sind, die die Wirksamkeit von den kationischen Tensiden aufheben können, indem zwischen den beiden Substanzen Reaktionen stattfinden, die dazu führen, dass die antimikrobielle Wirksamkeit ausgelöscht wird.

Kältefehler

Bei niedrigen Temperaturen laufen Desinfektionsvorgänge in der Regel erheblich langsamer ab.Gerade bei Desinfektionsmitteln, die ihren höchsten Wirkungsgrad bei 18 bis 23 Grad Celsius entwickeln, hat das gravierende Konsequenzen auf das Desinfektionsergebnis.Wie groß der letztendliche Wirkverlust durch niedrige Temperaturen ist, hängt jeweils von den Wirkstoffen ab; besonders betroffen sind Aldehyde und organische Säuren.Abhilfe schafft dem Sinner’schen Kreis zufolge nur
  • die Erhöhung der Konzentrationen des jeweiligen Wirkstoffs um das 2- bis 3-fache 
  • oder entsprechend längere Einwirkzeiten.
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